Landesliga-Derby im Rafi-Stadion

17.11.2017 – Ravensburg / chm – Näher geht’s nicht: Am Samstag macht sich der SV Weingarten in der Fußball-Landesliga auf den Weg ins zwei Kilometer entfernte Berg. Anpfiff beim zuletzt erstarkten TSV ist um 14.30 Uhr

Die Statistik spricht in dieser Begegnung eine ganz klare Sprache: Einige Male sind der TSV Berg und der SV Weingarten seit 2006 in Liga und Pokal aufeinandergetroffen – die Weingartener gewannen in diesen mehr als zehn Jahren kein einziges Spiel. Auch nicht Ende August dieses Jahres beim letzten Aufeinandertreffen im Verbandspokal: Da führte der SVW zwar mit 1:0, kassierte aber in den letzten zehn Minuten der Partie drei Gegentore und verlor am Ende mit 1:4.

Bild: Szene aus dem Pokalspiel: Lukas Margreiter (rechts) und Andreas Kalteis

„Ich bin kein Freund von Statistik“, wehrt Bergs Trainer Oliver Ofentausek ab. Ihn interessiert mehr die Gegenwart – und die hat er beim Derby des SVW gegen Oberzell gesehen: „Die Weingartener haben durch den erneuten Trainerwechsel erkennbar Impulse bekommen – der Neue hat schnell etwas bewegt“, stellt Ofentausek fest. „In meinen Augen war Weingarten gegen Oberzell das bessere Team.“

Trotzdem sind die Berger am Samstag natürlich klarer Favorit: Vier Siege in Folge lassen den TSV mit breiter Brust ins Nachbarschaftsduell gehen. Und was der Trainer berichtet, lässt auch nicht vermuten, dass die Spieler des Tabellenzweiten durch das spielfreie Wochenende aus dem Rhythmus gekommen sind. Ofentausek hat seine Mannschaft zu Beginn der vergangenen Woche vor die Wahl gestellt: Entweder eine überzeugende Trainingsleistung oder am Wochenende eine weitere Einheit. „Die Jungs haben sich ihr freies Wochenende wirklich erarbeitet“, lobt der Trainer. „Die Mannschaft hat sehr gut trainiert.“

Der SV Weingarten hat indes frischen Mut gefasst. Mit dem neuen Trainer Thomas Gadek hat die Mannschaft mit dem 2:2 gegen den SV Oberzell ihre Negativserie beendet. Gadek selbst wird nicht müde, die Moral seiner Spieler zu loben: „Wie sich die Mannschaft gegen einen vorderen Gegner wieder zurückgekämpft und den Ausgleich geschafft hat, war toll.“ Und hatte Nachwirkungen: „Im Training war gleich ein anderer Zug drin.“

Wieder voll mit dabei ist Jakub Jelonek: „Er ist beschwerdefrei“, sagt der Trainer über seinen Kapitän, der lange verletzt ausgefallen war. „Und er schiebt Sonderschichten, um so schnell wie möglich wieder an 100 Prozent heranzukommen.“ Mit Blick auf die Partie beim aktuell schier übermächtigen Nachbarn gibt sich Gadek kampfeslustig: „Wir fahren da nicht hin, weil es ein leckeres Essen im Vereinsheim gibt – wir wollen alles versuchen, etwas mitzunehmen.“

Klar verteilt sind die Rollen trotzdem: „Die Berger sind in einem Lauf, sie haben eher einen Verbandsliga- als einen Landesligakader“, betont Weingartens Trainer. „Aber das Schöne ist, dass im Fußball nicht zählt, was gewesen ist. Auch dieses Spiel geht bei 0:0 los und für uns ist alles möglich.“

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