Knockout in der Nachspielzeit

25.05.2018 – SV Oberzell – SV Weingarten 1:0 (0:0)

Eigentor in der 93. Minute entscheidet Lokalderby –  Weingarten vergibt hochkarätige Chancen in der 2. Halbzeit – Chancen auf Klassenerhalt sinken

Fußball kann bitter sein. Das mussten am Freitagabend die Weingartener erfahren, allen voran ihr Kapitän Jakub Jelonek. Ausgerechnet er, der auch im Derby wieder lief, kämpfte, rackerte und sogar einen Zauberpass auspackte, war am Ende der tragische Held. Die dritte Minute der Nachspielzeit, Eckball für Oberzell – beim Versuch abzuwehren drückt Jelonek den Ball zum 1:0 für den SVO über die eigene Torlinie. Schiedsrichter Fabian Baiz pfiff kurz darauf ab. Statt des dringend benötigten Dreiers stand am Schluss nicht mal mehr ein Punkt.

Die Weingartener brauchten im Derby zu lange, um richtig in die Gänge zu kommen. Es sah sehr danach aus, dass der SVW nur keinen Fehler machen wollte – nach vorne lief in Halbzeit eins zu wenig. Den Oberzellern gelang nicht viel mehr, aber sie brachten sich zumindest immer wieder in aussichtsreiche Positionen – allerdings funktionierte das Passspiel in die Spitze nicht. Marco Geßler feuerte in der 13. Minute den ersten Torschuss der Partie ab, sein Versuch ging aber über das Weingartener Tor.

Die beste Chance des SVW in Durchgang eins war schon vorbei, bevor sie richtig begonnen hatte: In der 17. Minute vertändelte Oberzells Hakan Fil den Ball, Martin Bleile sprintete mit dem Ball Richtung Tor, aber David Stellmacher lief ins Abseits. Der SVO machte es nicht besser: Am Ende eines sehenswerten Konters in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit passte Ersin Sanli in die Mitte, statt selbst abzuschließen – im Zentrum hatte Jason Müller zu viele Gegenspieler.

Direkt nach Wiederanpfiff hatten die Oberzeller ihre beste Möglichkeit: Müller flankte von rechts genau auf Anderson Gomes dos Santos, aber der Torjäger setzte seinen Kopfball drüber. Die Partie nahm jetzt Fahrt auf: Kurz darauf fast die identische Situation auf der anderen Seite: Lukas Margreiter flankt, Stellmacher köpft drüber. In der 53. Minute zeigte Slavisa Dakovic seine überragende Schusstechnik bei einem Distanzschuss, aber Kai Mähr im Oberzeller Tor hatte den Arm oben. In der 59. Minute spielte Jelonek herrlich in die Tiefe, aber dem eingewechselten Okan Celik verunglückte sein Flankenversuch völlig. In der 61. versuchte es Dakovic noch einmal aus der Distanz, schoss aber knapp vorbei.

SVW-Trainer Thomas Gadek brachte in Erkan Kale und Felix Margreiter eine neue linke Seite. Kurz drauf hatte Stellmacher seine Chance, scheiterte aber an Mähr. In der 65. Minute meldeten sich die Oberzeller mit einer Doppelchance zurück: Erst brachte Marius Stuta im Tor des SVW gerade noch die Hand an eine Flanke, dann blockte Verteidiger Matthias Gentner Gomes dos Santos.

SVW nutzt die Chancen nicht

Für die Schlussviertelstunde stellte Gadek seine Mannschaft mit Deepan Theivendrarajah noch offensiver auf. In der 77. Minute hatte Bleile die beste Chance des Spiels, SVO-Rechtsverteidiger Felix Tremmel kratzte den Ball gerade noch von der Linie. Drei Minuten später war Kale durch, legte maßgerecht auf Dakovic zurück, aber der schoss drüber. Damit hatten die Weingartener ihr Pulver verschossen – und kassierten am Ende noch das 0:1. SVW-Trainer Thomas Gadek hatte ein klares Chancenplus von 6:3 für sein Team auf dem Zettel. „Wenn du diese Chancen nicht machst, kannst du kein Spiel gewinnen.“ Gadeks Team konnte nicht an die Leistung des 5:0 gegen Heimenkirch anknüpfen: „Wir haben zu selten den einfachen Ball gespielt“, bemängelte der Trainer. War es das mit dem Klassenerhalt? „Ich glaube weiter an unsere Chance“, beharrt Gadek. „Der Abstieg wird erst am letzten Spieltag entschieden.“

„Ich habe von der Mannschaft eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem Spiel in Berg gefordert“, sagte Oberzells Co-Trainer Oliver Wittich, der dieses Mal ohne den urlaubenden Achim Pfuderer allein an der Linie stand. „Das hat sie auch geliefert.“ Dennoch konnte Wittich mit seinem Team nicht voll zufrieden sein. „Wir hatten eine Menge aussichtsreicher Situationen, aber der letzte Pass ist einfach nicht gekommen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Return to Top ▲Return to Top ▲