Frischer Wind, hohe Ziele

19.12.2019 – SZ – Nichts zu verlieren zu haben, hat ja irgendwie auch seinen Reiz. Vielleicht ist das der Grund, warum die Verantwortlichen beim SV Weingarten auf der Suche nach einem neuen Trainer eine überraschende Entscheidung getroffen haben.

Weingarten / sz – Nichts zu verlieren zu haben, hat ja irgendwie auch seinen Reiz. Vielleicht ist das der Grund, warum die Verantwortlichen beim SV Weingarten auf der Suche nach einem neuen Trainer eine überraschende Entscheidung getroffen haben. Thomas Lupfer soll das Landesligateam aus der Krise führen.

Thomas Lupfer coacht ab sofort die 1. Mannschaft des SV Weingarten

Bedenken, dass der neue Trainer über nicht genug Erfahrung verfügen könnte, hat man beim SV Weingarten trotzdem nicht. „Er hat uns einfach voll überzeugt“, sagt Ralf Wetzel, der sportliche Leiter der Weingartener. „Ich kenne seine Einstellung zum Fußball. Er ist eine Autoritätsperson und lebt seinen Spielern die richtige Einstellung vor.“

Wetzel und Lupfer kennen sich schon lange. Ins Gespräch für den Trainerposten hat sich Lupfer aber selbst gebracht, sagt Wetzel. Vor dem Heimspiel gegen Mietingen im November habe man sich zufällig getroffen. „Ich hatte da schon so ein Bauchgefühl, dass bei uns mal was passieren muss“, erzählt Wetzel. „Da hat er gesagt: ,Ich bin heiß, wenn ihr mich lasst.’“

Wetzel ist zuversichtlich, dass Lupfer es schafft, die sportliche Talfahrt des SV Weingarten zu stoppen. Nur neun Punkte haben die Weingartener aus 17 Spielen geholt und stehen mit elf Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz weit abgeschlagen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Anfang Dezember trennte sich der Verein deshalb von Trainer Nectad Fetic, der das Team erst im Sommer nach der Rückkehr in die Landesliga übernommen hatte.

Lupfers Aufgabe soll es jetzt also sein, den SV Weingarten irgendwie vom Abstieg zu bewahren. Der neue Trainer ahnt, was auf ihn zukommt. „Das wir ein heißes Gschichtle“, sagt er. „Wer rechnen kann, weiß, dass da ganz schön viel zusammenlaufen muss, dass wir das noch packen. Aber ich bin ein positiver Typ. Mein oberstes Ziel ist es, die Mannschaft wieder zusammenzukriegen.“

Zuletzt war von Seiten der Verantwortlichen vor allem die Trainingsbeteiligung der Mannschaft kritisiert worden. Von Lupfer versprechen sich die Verantwortlichen neuen Schwung, mehr Disziplin – und womöglich auch ein paar Neuzugänge. „Lupfer ist sehr gut vernetzt. Durch seine Zeit als Jugendtrainer beim FV hat er Kontakt zu vielen jungen Spielern. Wir erhoffen uns schon, dass deshalb nochmal zwei oder drei Spieler zu uns kommen.“

Zur Seite steht dem neuen Trainer der Leutkircher Markus Giuliani, der bisher die U17 des FC Memmingen trainierte. Ein dritter Trainer ist im Gespräch. Das neue Trainerteam muss dann auf die beiden Rumänen Marius Suta und Dumitru Muntean verzichten. Schon länger hatte sich abgezeichnet, dass das Experiment mit den Rumänen trotz des fußballerischen Potenzials scheitern würde. Die beiden waren 2018 nach der Insolvenz vom rumänischen Zweitligisten Olimpia Satu Mare nach Weingarten gekommen, trugen ihren Teil dazu bei, dass im Sommer der Wiederaufstieg in die Landesliga gelang. Doch nicht alle waren von der Einstellung der beiden begeistert. „Wir trennen uns vom ein oder anderen Rumänen“, sagt Wetzel. „Dafür kommen ein paar Ehemalige zurück.“

Es soll endlich Ruhe einkehren in Weingarten. Trainer Lupfer hat sein Rezept für die Vorbereitung auf die Rückrunde jedenfalls schon gefunden. „Mannschaftstaktik, Disziplin und Fitness. Anders geht es nicht. Meine Ansprüche sind hoch.“

 

One comment on “Frischer Wind, hohe Ziele

  1. „Frischer Wind“ ist ein vernuenftiger Kommentar. Zwar wuerde mir der Abstieg sehr wehtun, aber ein Jahr oder zwei in der Bezirksliga koennte die Mannschaft wieder wettbewerbsfaehig machen. Aber vielleicht geschieht ein Wunder.
    Auf jeden Fall alles Gute fuer 2020.

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