Der SV Weingarten hat viel Qualität verloren

Beim Fußball-Landesligisten will eine junge Mannschaft den Klassenerhalt schaffen – Los geht es gegen Biberach

 

MERT CIPAN (FOTO: Rolf Schultes)

Weingarten – Ralf Wetzel ist Realist: „Wenn wir in dieser Saison den Klassenerhalt schaffen, wäre das großartig.“ Niemand braucht den Sportlichen Leiter des SV Weingarten extra darauf hinzuweisen: In der vergangenen Saison war der SVW mit zwei Siegen und drei Unentschieden auf klarem Kurs Richtung Bezirksliga. Die Corona-Krise sorgte letztlich für ein weiteres Jahr in der Landesliga. Jetzt hat die Mannschaft zudem weiter an Qualität verloren.

Ein Defensivtalent wie Francisco Afonso an die SG Baienfurt abgeben zu müssen, ist ein harter Schlag. Und man kann es drehen und wenden, wie man will: Qualität hatten Dumitru Muntean (zum SV Vogt) und Florin Muresan (zurück nach Rumänien) im Überfluss, auch wenn diese Qualität viel zu selten zum Tragen kam. Mit dem Weggang der beiden ist das Experiment mit Spielern aus höheren Klassen in Rumänien beim SVW beendet. Wetzel sieht da ganz pragmatisch das Positive: „Ab jetzt wird der SV Weingarten auf jeden Fall in der Fairnesstabelle nach oben klettern.“ Vor allem Muntean hatte mit langen Sperren nach Platzverweisen den Vereinsverantwortlichen den Schweiß auf die Stirn getrieben.Die Weingartener tun sich momentan sehr schwer, qualitativ adäquaten Ersatz ins Lindenhofstadion zu holen. Saikou Drammeh ist der „Toptransfer“ – er hat immerhin schon in der Landesliga beim FV Ravensburg II gespielt. Aber sonst sind es durchweg Perspektivspieler aus unteren Ligen, die sich jetzt beim SVW versuchen. Ein Großteil der Zugänge kam über Kontakte von Co-Trainer Christian Müller aus Oberzell. „Wir sind in einem Umbruch“, sagt Wetzel. „Unsere Ziele sind es erst einmal, Kameradschaft, Teamgeist und das Kollektiv zu stärken.“

Wetzel sieht die Mannschaft in diesem Bereich auf einem guten Weg: „Die Jungs haben im Pokal gegen den FV Ravensburg zwar ein 0:9 kassiert, aber sie haben sich zu keinem Zeitpunkt aufgegeben.“ Neben dem Oberligisten im Pokal hat sich der SVW für die Vorbereitungsspiele allesamt Bezirksligisten als Gegner ausgesucht – ganz bewusst keine Mannschaften aus höheren Ligen: „Die Spieler sollten sich keine Klatschen abholen, sondern konzentriert das umsetzen, was die Trainer mit ihnen einüben“, meint der Sportliche Leiter. „Sie sind zwar hin und wieder in einen Konter gelaufen – aber unterm Strich hat das schon sehr ordentlich funktioniert.“

Im Idealfall wächst um einen Stamm erfahrener Spieler wie Martin Bleile, Deepan Theivendrarajah, Mert Cipan und Tunc Albayrak herum ein neues Team mit jungen, hungrigen Talenten. Insbesondere Hadi Tfaily und Dorian Bardhi hat Wetzel dabei im Auge – die beiden kommen aus der eigenen A-Jugend: „Sie machen ihre Sache sehr gut.“ Ob das für die Landesliga reicht? „Die Chance ist begrenzt“, weiß Wetzel angesichts des verschärften Abstiegs. „Aber sie ist da. Unser Ziel muss es einfach sein, in der Hinrunde möglichst viele Punkte zu sammeln.“

Da ist der Samstag eine echte Standortbestimmung: Die Weingartener müssen um 15.30 Uhr beim FV Biberach ran – der Vorjahresdritte ist einer der Meisterschaftsfavoriten.

Zugänge: Bachhofer, Vossler, Malte Häußler, Stoll, Hildebrand (alle SV Oberzell), Bardhi, Tfaily (eigene Jugend), Wagner (SG Waldburg/Grünkraut), Soyudogru, Drammeh (FV Ravensburg), Lupfer (TSV Berg). – Abgänge: Weisser (SG Kirchheim), Stroe (TSV Opfenbach), Schmid (SV Reute), Kale (SV Mochenwangen), Muntean (SV Vogt), Muresan (Rumänien), Afonso (SG Baienfurt), Biesenberger (TSV Bodnegg).

Quelle: Fupa.net

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