Alara Sehitler Bericht Schwäbische Zeitung

Aulendorferin will Fußballprofi werden – und ist auf dem besten Weg dorthin

Gerade einmal 13 Jahre jung ist Alara Sehitler aus Aulendorf; das sympathische Fußballmädel kann bereits auf drei Länderspiele in der U-15-Nationalmannschaft zurückblicken. Sie durfte auf ihren Lieblingspositionen linker Flügel und zentrales Mittelfeld antreten und beim Spiel gegen die Schweiz gelang ihr im Trikot mit der Nummer Elf in der elften Minute ihr erstes Tor für Deutschland.

Dieses Tor war natürlich mein größtes Highlight bisher.
Alara Sehitler

„Dieses Tor war natürlich mein größtes Highlight bisher“, erzählt sie und ihre Augen strahlen. Beim Klang der Nationalhymne hätte sie jedes Mal Gänsehaut, berichtet die 13-Jährige. Besonders gefreut hat sie sich darüber, dass sogar ihr Sportlehrer vom Studienkolleg St. Johann beim Spiel gegen die Schweiz unter den Zuschauern war.

Angefangen hat ihre Fußballbegeisterung im Alter von vier Jahren, als sie dem älteren Bruder Deniz beim Training zuschaute. Dann spielte sie beim örtlichen Fußballverein SG Aulendorf Bambini, F-, E- und D- Jugend. Bei einem Hallenturnier wurde sie von Mona Blank aus Baienfurt, Leiterin der Talentfördergruppe Bezirk Bodensee, entdeckt.

Bis Dezember 2018 trainierte sie dann mit der Talentfördergruppe alle zwei Wochen in Wangen. Nach dem Vereinswechsel zum SV Weingarten, bedingt durch dessen höhere Spielklasse, kamen drei eineinhalbstündige Trainingseinheiten wöchentlich hinzu.

Dort spielt Alara übrigens, wie schon während ihrer Aulendorfer Zeit, bei den Jungs mit. Zum Training wird sie meist von ihrem Papa gefahren. „Klar ist das zeitaufwändig“, bestätigt dieser, „aber das ist doch selbstverständlich, dass wir voll hinter Alara stehen und sie bestmöglich unterstützen.“
Zwei Tore beim Länderpokal

In der Talentfördergruppe fiel die junge Fußballspielerin durch ihre guten Leistungen auf dem Platz besonders auf und wurde nach Lehrgängen an der Landessportschule in Stuttgart-Ruit in den Auswahlkader des württembergischen Fußballverbandes aufgenommen.

Mit zwei Toren trug sie beim Länderpokal in Duisburg im Jahr 2019 erheblich zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft U14 bei. Seit September 2019 trainiert Alara Sehitler parallel im Kader der U-15-Juniorinnen des Deutschen Fußballverbandes (DFB).
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Hierzu fährt sie alle ein bis zwei Monate für einige Tage ins nordrhein-westfälische Hennef oder Kamen.Von den Eltern wird sie nach Stuttgart gebracht und fährt von dort gemeinsam mit anderen Fußballmädchen mit dem Zug weiter. Im Gepäck die Schulaufgaben, die ihre Klassenkameraden in der Zeit ihrer Abwesenheit durchnehmen.

Diese erledigt sie während des zweistündigen Unterrichts, der neben dem Training zum Tagesablauf gehört. Hierfür stehen den Mädchen zwei vom DFB engagierte Lehrkräfte zur Verfügung.
Eltern loben Betreuung durch den DFB

„Die Organisation durch den DFB ist wirklich perfekt, da zählt nicht nur die Leistung beim Fußball, die Mädchen werden optimal betreut, von der Unterbringung über gesunde Ernährung bis hin zu den Fahrtkosten und der Ausstattung durch Adidas ist für alles gesorgt“, äußern die Eltern anerkennend.

Das sei schon beruhigend, das Töchterchen in guten Händen zu wissen. „Man vermisst das Zuhause schon, aber so richtig Heimweh habe ich nicht, ich habe ja da meine Freunde und wir sind eine gute Gemeinschaft“, versichert die 13-Jährige und fügt hinzu, dass sie Fußball und Schule ganz gut unter einen Hut bringt.
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Trotz Anfragen von namhaften Fußballvereinen hat die Familie beschlossen, dass die junge Aulendorferin vorerst nicht zu einem großen Verein wechselt und kein Sportinternat besucht, auch wenn sie bereits zweimal beim SC Freiburg Trainings absolviert hat.

Mit Spannung wartet derzeit die ganze Familie Sehitler, ob zum nächsten Länderspiel der Nationalmannschaft für die jüngste deutsche Teilnehmerin eine weitere Einladung eintrifft.

Quelle:Schwäbische Zeitung

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