Tagesarchiv: 9. März 2020

SVW – SV Kehlen 1:5

Sonntagsschuss als Knackpunkt: SV Kehlen siegt beim SV Weingarten

Der SV Weingarten hat das Kellerduell der Fußball-Landesliga gegen den SV Kehlen mit 1:5 verloren. Knackpunkt war das 1:0 für Kehlen kurz vor der Pause. Die schwache Zweikampfbilanz der Weingartener in Halbzeit zwei machte den Weg frei für den deutlichen Sieg des SVK.

„Wir haben etwas gutzumachen“, direkt vor dem Anpfiff machte Kehlens Kapitän Maximilian Rieber seinen Mitspielern noch einmal klar, worum es gegen Weingarten ging: Das 0:9 im Derby gegen den VfB Friedrichshafen vergessen machen. Dementsprechend motiviert gingen die Kehlener, bei denen sich Trainer Bernd Reich selbst auf die Sechs gestellt hatte, zu Werke.

Weingartens Florin Muresan (links) gegen Benedikt Böning. (Foto: Christian Metz)

Allerdings traf der SVK auf jede Menge Gegenwehr: Auch die Weingartener waren auf ein Erfolgserlebnis aus. Mit einem Dreier noch mal den letzten Strohhalm ergreifen und vielleicht doch noch einen Schub bekommen – das war die Devise. Es war denn auch der Tabellenvorletzte, der den ersten ernstzunehmenden Schuss Richtung gegnerisches Tor abfeuerte: Dominik Delimars Freistoß wurde von der Kehlener Mauer knapp am Tor vorbei abgelenkt. Die Weingartener waren sofort drin in der Partie. Drei Mann an der Mittellinie bei Eckball des Gegners – das war durchaus ein Zeichen. Über die Flügel hatte der SVW gute Aktionen – die Flanken und Zuspiele von rechts und links fanden Martin Bleile im Sturmzentrum aber nicht.

Auch die Kehlener suchten eine ganze Weile lang ihre Qualität: Der erste Hingucker der Gäste war ein Schuss von Reich, den der Spielertrainer allerdings in die Wolken drosch. Fürs Feine ist beim SVK David Bernhard zuständig: Das Zuspiel von Kehlens Nummer 10 auf Benedikt Böning in der 28. Minute hatte auch Klasse, aber der rechts aufgebotene Böning scheiterte an Burak Danisan im Weingartener Tor. Der Neue des SVW zwischen den Pfosten hinterließ in Durchgang eins einen guten Eindruck: Einige Male war Danisan sehr wach beim Rauslaufen.

In der 35. Minute hatte Weingarten die große Chance auf die Führung: Deepan Theivendrarajah schickte Fabian Schmid, aber der scheiterte am guten Claudius Stritt im Tor des SVK. Es war stattdessen auf der anderen Seite ein Sonntagsschuss, der Kehlen in Führung brachte: Nach einem abgewehrten Eckball nahm Florian Amann Maß und traf die Kugel aus 18 Metern Torentfernung optimal. „Und das mit dem falschen Fuß“, meinte Amanns Trainer später anerkennend. Bernd Reich wusste nach Schlusspfiff auch über die Bedeutung des 1:0: „Das war der Knackpunkt.“

Es schien, als wäre den Weingartenern mit dem Gegentreffer der Stecker gezogen: In Halbzeit zwei häuften sich bei den Hausherren hinten die Fehler – und vor allem waren die Weingartner plötzlich unerklärlich mutlos in den Zweikämpfen. „Das 4:0 war symptomatisch für die Leistung der zweiten Halbzeit“, ärgerte sich später Ralf Wetzel, Sportlicher Leiter beim SVW. In der Tat: Wie in der 66. Minute gleich vier Mann Kehlens Torjäger Klawitter einfach laufen ließen, war schon bedenklich.

Zu diesem Zeitpunkt war die Partie aber bereits entschieden: In der 52. Minute hatte sich Weingartens Verteidigung den Ball abluchsen lassen – Amann nutzte das eiskalt zu seinem zweiten Treffer. Und drei Minuten später stand Dominik Blaser nach einem Eckball am langen Pfosten völlig allein und konnte unbedrängt einnicken. Aller Widerstand war gebrochen. Böning auf Bernhard, der auf Klawitter – auch dem 5:0 für den SVK hatte Weingarten nichts entgegenzusetzen. Dazu passte, dass Dominik Delimar kurz vor Schluss noch mit einem Elfmeter an Stritt scheiterte. Kurz darauf erzielte Bleile per Abstauber aber doch noch den Ehrentreffer.

„Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gegangen“, ärgerte sich Weingartens Co-Trainer Christian Müller, der zusammen mit Markus Giuliani das Team in Abwesenheit von Trainer Thomas Lupfer gecoacht hatte, über die Leistung seiner Mannschaft in Halbzeit zwei. Müllers Gegenüber Reich konnte sich über Balsam auf die geschundene Kehlener Seele freuen: „Wir haben uns für die zwei Spiele gegen den VfB und Weingarten drei Punkte vorgenommen – das haben wir geschafft.“

 

Quelle: Schwäbische Zeitung

Return to Top ▲Return to Top ▲